"Wirksame Kampagnen durch Movement Campaigning" präsentiert
Veranstalter Philipp Maderthaner beim ersten Campaigning
Summit 2012 Wien - gemeinsam mit nationalen und internationalen
Speakern. Den Anfang machte Maderthaner selbst, der in das
Thema einführte. Die DNA einer politischen Kampagne setzt
sich laut dem Mann hinter der Superpraktikanten-Kampagne aus
Momentum, Leadership, einer Story und Empowerment zusammen. Eine
Kampagne braucht also eine überzeugende Führung, aktivierende
Kommunikation und involvierende Organisation. Viele Social
Media-Aktionen schaffen Maderthaner zufolge überzeugende
Führung und aktivierende Kommunikation auf die Beine zu stellen.
Woran es allerdings mangelt ist in vielen Fällen: die
involvierende Organisation, also das Empowerment.
Was es vor allem braucht: Die Ziele müssen dabei für alle
nachvollziehbar definiert werden und ex post dargestellt werden.
Und noch eines strich Maderthaner heraus: Sehr wichtig ist
der erste Follower. Ohne erster Follower ist alles
nichts!
Niko und das Nudelsieb
Über seine Laizismus-Initiative plauderte Super-Fi-Chef Niko
Alm. Weil er es mit dem Nudelsieb am Kopf nicht nur in die
heimischen Medien, sondern auch in die BBC schaffte: 50 Interviews
musste Alm nach der Geschichte mit dem Nudelsieb auf dem
Führerscheinfoto geben, wie er beim Campaigning Summit berichtete.
Hintergrund der ungewöhnlichen Kampagne, die sich zum einem
gewissen Zeitpunkt verselbständigte, ist Alms Anliegen, Kirche und
Staat klar zu trennen.
Occupy Stuttgart!
Dritter Programmpunkt beim Campaigning Summit war Christoph
Bieber von der NRW School of Governance, der seinen Vortrag
"Stuttgart 21 - Widerstand auf Knopfdruck" benamste. Laut
Bieber sind die jüngsten Protestaktionen, die ihren Ursprung via
Web und Mobile nehmen, beispielgebend für die politische
Kommunikation. Zu Beginn, in der Anbahnungsphase, spielte bei
"Stuttgart 21" vor allem die Webplattform eine ganz wichtige Rolle.
Ein Treiber war dabei vor allem die konkrete Zahl an Fans, die das
Thema befürwortete. Das Hashtag spielte wie etwa auch bei
Occupy Wallstreet eine wichtige Rolle als Icon und als Marke.
Als ein entscheidendes Element erachtet Bieter
"niederschwellige Mitmach-Angebote" wie Like-Buttons, die aber
trotzdem ein Wir-Gefühl bewirken und zum weiterführenden Mitmachen
ermutigen.
Die infrastrukturellen Rahmenbedingungen
Alexander Oswald, Head of Marketing CEE bei Nokia, referierte
beim Campaigning Summit über die Chancen geografischer
Vernetzung durch Social, Local und Mobile. Oswald brachte einige
Zahlen, Daten und Fakten zur Nutzung von Mobile und Sozialen
Netzwerken: Allein in Österreich sind bereits 50 Prozent aller
Handynutzer stolze Besitzer eines Smartphones. Die
infrastrukturellen Rahmenbedingungen für Campaigning sind somit
gegeben. Wobei Campaigning nicht nur eine "Waffe" für einige wenige
ist, sondern für jedermann. Mittels Smartphone kann jeder seine
eigenen Campaigns lancieren: als auch dann, wenn der Strand des
eben bezogenen Hotels verdreckt ist und man möchte, dass eben
dieser Strand gereinigt wird. Abschließend zeigte Oswald
anhand einiger Beispiele auf, dass "die da draußen die Macht haben"
und dass die Zeiten, wo man als Marke oder Unternehmen die
Konsumenten "anschreien" kann, endgültig vorbei sind.