Barbara Klinser-Kammerzelt, xamoom: „Eine Brücke zwischen Web und Mobile schaffen“.

Die kürzlich in die Riege der „25 Mobile Women to watch 2017“ aufgenommene Geschäftsführerin von xamoom im Werbplanung.at Interview über Entwicklungen und drängende Fragen im Mobile-Marketing

Barbara Klinser-Kammerzelt, xamoom: "Die richtige Information am richtigen Ort zu liefern – und am Smartphone – wird eine der Herausforderungen für Marketer 2017. Neben Mobile Advertising, das sicher weiter wachsen wird, werden Innovationen im nächsten Jahr stark in der Direktkommunikation zu finden sein: Vor allem bei Location Based Services, Virtual und Augemented Reality."   © Xamoom

Werbeplanung.at: Sie wurden von "Mobile Marketer" in die Riege der „25 Mobile Women to watch 2017“ aufgenommen. Was sind Projekte auf die Sie besonders stolz sind?

Barbara Klinser-Kammerzelt: Wir konnten heuer viele spannende Kunden in Österreich und international gewinnen für verschiedenste Projekte. Darüber freue ich mich natürlich sehr. Worauf ich ebenfalls stolz bin und was auch gleichzeitig unsere Innovationskraft aufzeigt: Wir arbeiten heute bereits mit Eddystones. Diese sind quasi die Google-Variante der Apple iBeacons und haben eine sehr schöne – hierzulande noch weitgehend unbekannte – Eigenschaft: Ich kann Content auch ohne App transportieren – der (Google) Chrome Browser reicht dafür aus. Wir haben diese Eddystones bereits bei einem Kunden in Kanada im Einsatz und testen sie auch gerade im öffentlichen Raum im Wien.

Werbeplanung.at: Wo geht Ihrer Meinung nach die Entwicklung von Mobile Marketing hin? Welche Innovationen erwarten uns 2017?

Klinser-Kammerzelt: Das Smartphone dient immer öfter und immer mehr Menschen als „Tor zur Welt“. Die richtige Information am richtigen Ort zu liefern – und am Smartphone – wird eine der Herausforderungen für Marketer 2017. Neben Mobile Advertising, das sicher weiter wachsen wird, werden Innovationen im nächsten Jahr stark in der Direktkommunikation zu finden sein: Vor allem bei Location Based Services, Virtual und Augemented Reality werden wir uns auf spannende Projekte freuen dürfen. Gattungsmarketing, das alle Möglichkeiten der Mobilen Kommunikation aufzeigt, wird für alle diese Entwicklungen und Innovationen die Basis sein.

Werbeplanung.at: Wie wird sich der Markt für Mobile Marketing und Mobile Advertising in nähester Zukunft entwickeln? Welche Unterschiede sehen Sie zwischen Österreich und anderen Märkten?

Klinser-Kammerzelt: In Österreich ist Mobile als Kanal oft noch nicht stark genug in der Kommunikationsstrategie verankert. Wir sind inzwischen soweit, dass jeder weiß, dass Mobile ein wichtiger Channel ist. Eine responsive Website ist aber nicht alles, was dahintersteckt. Die Möglichkeiten, die das Smartphone für Marken zur Kommunikation bietet, sind extrem vielfältig. Hier sind uns andere Märkte voraus. Im Bereich Proximity Marketing einige globale Zahlen zur Veranschaulichung: Weltweit sind bereits knapp 5 Millionen Beacons installiert, 1,2 Mio NFC Sensoren und über 55.000 nutzbare Wifi Spots. Aus den USA: 75 Prozent aller NFL Stadien arbeiten bereits mit Beacon Technologie, in der NBA sind es 53 Prozent. Österreich wird hier sicher nachziehen, wir haben auch hierzulande viele Marketer, die sich die Möglichkeiten in diesem Bereich nicht entgehenlassen wollen.

Werbeplanung.at: Welche Herausforderungen kommen nächstes Jahr auf Mobile Marketing zu?

Klinser-Kammerzelt: Einige. Den Stellenwert von Mobile im Marketing- und Mediamix weiter zu stärken und als Fixum zu verankern wird die Basis-Aufgabe sein. Neue Möglichkeiten zu testen, teilweise auch zu experimentieren, wird ebenfalls essentiell sein. Als ganz wichtigen Faktor sehe ich hier, den Kanal intelligent einzusetzen: Konsumenten dürfen sich keinesfalls gestört fühlen durch Werbeformen oder direkte Botschaften. Ortsbezogenes Targeting, Notifications oder auch Re-Targeting nach dem Filalbesuch müssen so eingesetzt werden, dass sich niemand „ausspioniert“ oder „verfolgt“ fühlt, sonst rutscht Mobile Marketing sehr schnell in ein Eck mit der AdBlocker-Diskussion und die Aktzeptanz auf Konsumentenseite fehlt. Nachdem das Smartphone auch im Shopping-Verlauf einen immer größeren Stellenwert einnimmt, lässt sich auch diese Frage auch nicht aufschieben: Wie schaffe ich am besten die Brücke zwischen Web und Mobile, wie setze ich das möglichst lückenfrei auf und beziehe idealerweise auch die reale Welt noch entsprechend ein, um ein ausgezeichnetes User-Erlebnis zu schaffen?

Werbeplanung.at: Wie können Unternehmen Ihrer Meinung nach das Potenzial von Mobile Marketing noch besser nutzen?

Klinser-Kammerzelt: Unternehmen müssen sich als Ausgangspunkt zwei Fragen stellen: Ist meine Marke in jenen Momenten am Smartphone, wenn es User sie brauchen könnte? Wie schaffe ich ein außergewöhnliches Nutzer-Erlebnis? Mit der ersten lassen die relevanten Touchpoints identifizieren. Präsenz alleine reicht nicht aus, bildet aber die Basis. Der richtige Content, für das mobile Erlebnis aufbereitet, gut auffindbar, etc. sind dann die Details zur Antwort. Mit der zweiten Frage lassen sich vor allem unentdeckte Potenziale identifieren, wie ich als Marke innovativ kommunizieren und Mehrwert schaffen kann. Welche neuen Entwicklungen – Chatbots, Virtual Realtiy, Beacon-Einsatz,.. Hier gilt es dann, Experten aus dem Mobile Bereich an Bord zu holen, um alle Optionen zu evaluieren und Projekte nicht nur um der Innovation willen umzusetzen.

Werbeplanung.at: Wie geht xamoom auf die schnellen Veränderungen in der mobilen Welt ein?

Klinser-Kammerzelt: Unser System ist im Kern bereits extrem flexibel aufgesetzt, sodass wir entsprechend rasch auf Änderungen reagieren können. Ein Beispiel dafür sind die vorher erwähnten Projekte mit Eddystones. Wir arbeiten natürlich auch laufend an der Weiterentwicklung unseres Systems. Gerade erst ging xamoom 6.0 »Udo Jürgens« an den Start mit mehr als 100 neuen Funktionen und Verbesserungen. Ein Jahr Arbeit liegt hinter uns und das großes Entwicklungsziel ist erreicht: Mehr Speed und die Möglichkeit, neue Features noch schneller zu implementieren. Das unterschiedet uns sicher auch: Unser System ist nicht nur „von der Stange“, wenn ein Kunde weitere Features benötigt, entwickeln wir diese auch ganz individuell und begleiten den kompletten Prozess.

Karmasin BI & ambuzzador
17. Jänner 2017

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