"Best Agers ist kein Seniorenmarketing".

Am Nachmittag des Point of Marketing 2013 standen Themen wie Best Agers und Sales Promotion im Vordergrund. Hier der zweite Teil des Werbeplanung.at-Berichts

"Best Agers ist kein Seniorenmarketing", sagt Jürgen Polterauer, Chef der Dialogschmiede.   © Werbeplanung.at

"Die Zielgruppendefinition vieler Mediaagenturen ist nicht mehr zeitgemäß", stellt Jürgen Polterauer, Geschäftsführer der Dialogschmiede, in seinem Vortrag am Point of Marketing 2013 fest. Im Mittelpunkt seines Vortrages standen die Best Agers, also die Zielgruppe von Menschen, die älter als 50 Jahre sind. Aus seiner Sicht muss das Verhalten der Zielgruppe im Vordergrund stehen und nicht allein das Alter. Er verweist hier etwa auf den Umstand, dass der durchschnittliche Käufer einer Harley Davidson in Österreich 58 Jahre alt ist. "Wir wissen heute, dass die Zielgruppe der Best Agers in den letzten 15 Jahren etwa zehn Jahre jünger geworden ist", unterstreicht Polterauer. Nur weil jemand 65 Jahre alt ist, bedeute das nicht, dass die Person automatisch in die Gruppe der Senioren fällt. Es kann durchaus sein, dass diese Person mitten im Leben steht, so Polterauer. Aus seiner Sicht ist es unverständlich, dass die Best Agers in der Mediaplanung nicht als werberelevant gelten. "Immerhin handelt es sich dabei um die einzige Zielgruppe, die wächst", sagt der Chef der Dialogschmiede.

Bei den Best Agers handelt es sich laut Polterauer um eine sehr kritische Zielgruppe, die mitten im Leben steht und durchaus anspruchsvoll ist. Besonders wichtig sei eine gute Beratung und Betreuung, "denn diese Zielgruppe ist auch sehr nachtragend", betont Polterauer. Dennoch seien Best Agers auch sehr offen für Empfehlungen. Sie sind zudem aktive Kommunikatoren und tauschen sich auf Foren und sozialen Medien intensiv über Produkte aus. Wenn es Unternehmen also schaffen, einen überzeugenden Kundenservice anzubieten und dadurch Vertrauen zu dieser Zielgruppe aufbauen, ergeben sich aus seiner Sicht riesige Chancen. "Best Agers ist kein Seniorenmarketing", so das Fazit von Polterauer.

Service als Marketing-Nutzen

Die Bedeutung von Kundenservice betonte auch Gregor Almássy, Corporate Marketing & Customer Service Director Samsung Österreich in seinem Vortrag. Almássy versuchte aufzuzeigen, wie Marketer auch in Zeiten, in denen ein hoher Sales-Druck herrscht, erfolgreiche Kampagnen führen können. Er ruft Marketer dazu auf, sich immer auf die Basics zu konzentrieren und verweist dabei auf die Kernpunkte Product, Place, Price und Promotion. "Man kann die schönsten Marketing-Strategien und sehr kreative Konzepte haben aber wenn einer dieser vier Teile nicht funktioniert, wird man Schiffbruch erleiden", sagt Almássy. 

Als Beispiel für eine erfolgreiche Kampagne in Zusammenhang mit Slaes Promotion nennt er die Samsung-Kampagne für ein neues TV-Gerät, das via Smart Interaction über eine Gestensteuerung verfügt. Das Unternehmen stand laut Almássy vor der Herausforderung, den Kunden die Vorteile des neuen Produkts näher zu bringen. Dafür wurde eine österreichweite Promotion in Zusammenhang mit der Angry Birds-App gestartet. Mit dieser Anwendung können Besitzer eines Smart TV von Samsung Angry Birds auf ihrem Fernseher spielen. Für die Kampagne wurde die 1. Österreichische Angry Birds Meisterschaft gestartet. An mehreren Standorten konnten die Kunden das Spiel auf einem Samsung-Gerät ausprobieren, die besten Spieler wurden schließlich zu einem Finale nach Wien eingeladen. Die Aktion wurde vor allem mit digitalen Werbemaßnahmen promotet. Dabei standen die Website sowie die Facebook-Page von Samsung Österreich im Vordergrund. Laut Almássy war die Aktion mit etwa 3400 Teilnehmern ein großer Erfolg. "Wir konnten den Kunden vermitteln, was Smart Interaction für sie bedeutet und haben an den Standorten, wo die Angry Birds-Meisterschaft stattfand, einen gesteigerten Verkauf von Samsung Geräten festgestellt", sagt der Corporate Marketing & Customer Service Director von Samsung Österreich.

Facebook als Service-Tool

Er betont zudem die Bedeutung von Facebook als Service-Plattform. "Unsere Facebook-Page wird für uns immer mehr zu einem Service-Tool", erzählt Almássy. Mittlerweile habe Samsung ein eigenes Team zusammengestellt, das sich ausschließlich mit Service-Themen beschäftigt. Ein Unternehmen erreiche mehr damit, wenn es einem Kunden über Facebook dabei hilft, ein Problem zu lösen, als einfach nur eine Service-Hotline anzubieten. "Service kann also auch ein großer Marketing-Nutzen sein", so Almássy.

Die Veranstalter zeigten sich mit dem Event sehr zufrieden. Für die IAB-Präsidentin Martina Zadina war der diesjährige Point of Marketing ein voller Erfolg. "Ich möchte mich außerdem bei dem Publikum bedanken, das so zahlreich erschienen ist", sagt Zadina abschließend. "Für mich war die Veranstaltung eine Leistungsschau des Marketings in Österreich", findet Anton Jenzer, Präsident des DMVÖ. "Ich finde es sehr erfreulich, dass sehr viele junge Leute da waren. Für mich ist das ein gutes Zeichen, denn wir wissen alle wie schwierig es ist, guten Nachwuchs in unserer Branche zu finden", so Gerda Reichl-Schebesta, Präsidentin des CCA, abschließend.

Einen Bericht über die Vorträge des Vormittags finden Sie unter diesem Link.

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