Okt
18
2011

Medien


Mobile Monday: Weg vom Besitz, hin zum Zugriff

Autor Elisabeth Oberndorfer

Beim Mobile Monday diskutierten unter anderem Google-Mobile-Manager Stefan Hentschel und Tobias Schiwek von Simfy über die Zukunft von Mobile- und Tablet-Commerce und fehlende Ressourcen für das Thema.

Foto: Mobile Monday/Markus Hollo

Stefan Hentschel, Head of Mobile Advertising bei Google: "Künftig werden wir Nutzungssituationen buchen."

"Den Desktop PC, wie sie kennengelernt haben, wird es bald nicht mehr geben." Mit diesen Worten präsentierte Stefan Hentschel, Head of Mobile Advertising von Google Deutschland, am vergangenen Mobile Monday Zahlen zum österreichischen Mobilmarkt. Er gab zu bedenken, dass Kunden in der mobilen Nutzung den Unternehmen zwei Jahre voraus sind. Das bedeute, dass es gerade jetzt noch sehr viel Potenzial für Anbieter in dem Bereich gebe. "42 Prozent der Österreicher nutzen täglich das mobile Web über Smartphones, aber nur acht Prozent der Websites sind mobil-optimiert", so Hentschel.

Tablet Commerce

Als Gründe für das fehlende Engagement im Mobilbereich nennt er "fehlende Zeit, fehlendes Budget und fehlende Ressourcen" für das Thema. Der Google-Manager empfiehlt deshalb Unternehmen, Mobile nicht in bestehenden Abteilungen wie Online Marketing oder eCommerce zu integrieren, sondern als eigene Unit aufzubauen. "Wir unterschätzen das mobile Internet, wie wir vor zehn Jahren eCommerce unterschätzt haben. Deshalb sollte man sich jetzt breit aufstellen, um nicht hinterherzuhinken." 

Neben Mobile Commerce sieht Hentschel auch eine starke Tendenz zu Tablet Commerce, die Umsätze über das iPad seien teilweise bis zu 50 Prozent höher als am Desktop. Für die Mediaplanung sagt er das Ende des TKP voraus: "In Zukunft werden wir Nutzungssituationen von Usern buchen." 

Streaming statt Shopping

Einen Push könnte der Mobil-Markt auch durch Cloud Computing bekommen, prognostiziert Hentschel. Das bestätigt Tobias Schiwek, Vice President New Business des deutschen Musik-Streaming-Services simfy: "Wir gehen weg vom Besitz, hin zum Zugriff." Bei simfy etwa zahlen User eine monatliche Gebühr, um Musik von verschiedenen Endgeräten zu streamen, ohne die Tracks zu erwerben. Das Musikportal sieht sich laut Schiwek nicht nur als B2C-Portal, sondern bietet auch B2B-Produkte wie Whitelabel-Lösungen an, um Marken wie Coca Cola Musik-Streaming zu ermöglichen. 

Auch der ÖAMTC will sich künftig noch stärker auf das Thema Mobile konzentrieren. Mobile Manager Harald Kalleitner präsentierte beim Mobile Monday aktuelle Nutzungszahlen der ÖAMTC-App: "Pro Tag haben wir 5.000 Unique Devices, die unsere App abrufen, pro Woche sind es 30.000." Damit Infos nicht nur über die Anwendung abrufbar sind, entwickelt der Autoklub derzeit eine mobile Website.